Mehr als ein Wirtschaftsgespräch
Lieberknecht nahm ihre Zuhörer mit auf einen kenntnisreichen Ausflug in die mitteldeutsche Kulturgeschichte, um zu zeigen, dass die soziale Marktwirtschaft vor allem eine Frage der geistes- und kulturgeschichtlichen Prägung sei. „Das Wirtschaftsleben spielt sich nicht im moralischen Vakuum ab“, zitierte die studierte Theologin Wilhelm Röpke, einen Gründervater der sozialen Marktwirtschaft.
Innovationsfähigkeit hänge auch von der kulturellen Selbstvergewisserung einer Region ab, ist Lieberknecht überzeugt. Mitteldeutschland, mit seinen zahlreichen Weltkulturerbestätten und geistigen Vordenkern wie Röpke, Franz Böhm und Walter Eucken, besitze ein solches starkes Fundament. „Wir müssen uns wieder stärker auf unsere Grundlagen berufen.“, lautete eine Antwort der Politikerin, die noch viele Fragen offen ließ.
Wie die Balance zwischen Gemeinwohl und Eigennutz finden? Wie Globalisierung und Regionalität auf einen Nenner bringen? Das seien die zentralen Fragen unserer Zeit, die nur mit Hilfe kultureller und soziale Voraussetzungen gelöst werden könnten.