Studierende erarbeiten Ausstellung in den Stiftungen

09.06.2026 von Katrin Löwe in Campus, Studium und Lehre
Mit dem Königlichen Pädagogium und der Elitenbildung im 18. Jahrhundert befasst sich eine Kabinettausstellung in den Franckeschen Stiftungen, die im Rahmen eines Geschichts-Seminars an der MLU entstanden ist. Sie wurde am Montagabend in der Historischen Bibliothek eröffnet und steht auch digital zur Verfügung.
Die Studierenden Svenja Wieczorrek und Lukas Stoffregen - hier mit Historiker Andreas Pečar (rechts) - stellten die Ausstellung vor.
Die Studierenden Svenja Wieczorrek und Lukas Stoffregen - hier mit Historiker Andreas Pečar (rechts) - stellten die Ausstellung vor. (Foto: Katrin Löwe)

Das Königliche Pädagogium im östlichen Areal der heutigen Franckeschen Stiftungen wurde 1695 von August Hermann Francke parallel zum Waisenhaus gegründet. An ihm wurden gegen die Zahlung hoher Schulgebühren Jungen aus überwiegend adligen oder sehr wohlhabenden und einflussreichen bürgerlichen Familien unterrichtet. Als Lehrer arbeiteten Studenten der Friedrichs-Universität Halle. Es gebe nur eine Handvoll Schulen aus dem 18. Jahrhundert, bei denen die Überlieferung derart gut ist, die Quellen fast vollständig erhalten seien, sagt der Historiker Prof. Dr. Andreas Pečar von der MLU, der die Ausstellung gemeinsam mit Prof. Dr. Holger Zaunstöck (Franckesche Stiftungen/MLU) und Dr. Thomas Grunewald (Franckesche Stiftungen) kuratiert hat. Zu sehen sind in ihr zahlreiche Dokumente – zum Beispiel eine Werbeschrift Franckes für die Schule aus dem Jahr 1705, Ausschnitte aus einem „Hausbuch“ (einer Art Chronik), das Schülerverzeichnis, aber auch Baupläne für eine Sternwarte und ein Gewächshaus. Darüber hinaus werden Fernrohre gezeigt, wie sie ähnlich auch von den damaligen Schülern hergestellt wurden. 

Die Broschüre "Ordnung und Lehr-Art" vermittelte, wie Schüler erzogen werden sollten.
Die Broschüre "Ordnung und Lehr-Art" vermittelte, wie Schüler erzogen werden sollten. (Foto: Franckesche Stiftungen)

Seit dem Sommersemester 2025 hatten sich zehn Studierende in einem Seminar zur frühneuzeitlichen Geschichte mit der Eliteschule, ihren Lehrern, den Schülern und ganz praktischen Unterrichtsfragen wie den gelehrten Fächern, Lehrmitteln und der Gestaltung von Klassenräumen befasst. Ziel sei gewesen, Studierende praxisnah an die späteren Arbeitsfelder von Historikerinnen und Historikern heranzuführen, so Holger Zaunstöck. Neben den Objektbeschreibungen, die in der Ausstellung zu sehen sind, erarbeiteten die Studierenden Texte für einen Audioguide, der auch online verfügbar ist. 

Das Königliche Pädagogium. Elitenbildung im 18. Jahrhundert
Historische Bibliothek, Franckeplatz 1, Haus 22
9. Juni 2026 – 4. April 2027 
dienstags – sonntags, feiertags 10 – 17 Uhr
Tickets (8 Euro, erm. 5 Euro, bis 18 Jahre frei): Franckeplatz 1, Haus 28 

Katalog zur Ausstellung: Thomas Grunewald, Andreas Pečar, Michael Rocher, Holger Zaunstöck: Das Königliche Pädagogium. Elitenbildung im 18. Jahrhundert, Halle, 136 Seiten, ISBN: 978-3-939922-80-3, 14,50 Euro

Audioguide: https://paedagogium.francke-halle.de/

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Geschichte

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