Neue Theorien für die Festkörperphysik

Als Professorin für theoretische Physik untersucht und beschreibt Prof. Dr. Annika Johansson fundamentale Prozesse in Festkörpermaterialien. Dazu gehören der Transport von elektrischer Ladung, von Wärme, aber auch der Transport des Spins und des sogenannten orbitalen Drehmoments. Der Spin ist der Eigendrehimpuls der Elektronen und das orbitale Moment entsteht durch die Bewegung der Elektronen auf Bahnen um die Atomkerne. Beide bewirken ein magnetisches Moment, das sich für die Informationsverarbeitung oder neuartige elektronische Bauteile nutzen lässt. Mit umfangreichen Simulationen und Berechnungen erforscht Johansson diese Prozesse, entwickelt Strategien, wie diese optimiert werden können, und legt damit Grundlagen für die Entwicklung neuartiger Speichertechnologien.
An der MLU bringt die Physikerin ihre Forschung in das neue Exzellenzcluster „Center for Chiral Electronics“ ein. Außerdem wirkt sie am Sonderforschungsbereich/Transregio „Ultraschnelle Spindynamik“ mit, der Ende 2025 verlängert wurde. „Ich freue mich auf die Chance, an hochrangigen Verbundforschungsprojekten mitzuwirken und darauf, die nächste Generation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für diese Themen zu begeistern“, sagt die Wissenschaftlerin.
Johansson studierte von 2010 bis 2015 Medizinische Physik an der MLU. Anschließend forschte sie am Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik (MPI) in Halle und wurde 2019 an der MLU promoviert. 2021 wurde sie in das begehrte Minerva-Fast-Track-Programm der Max-Planck-Gesellschaft aufgenommen, das sich an herausragende Wissenschaftlerinnen richtet und ihnen ermöglicht, eine eigene Arbeitsgruppe zu etablieren. Diese Gruppe leitete Johansson bis zu ihrer Berufung an die MLU.
Prof. Dr. Annika Johansson
Mesoskopische Quantendynamik
E-Mail: annika.johansson@physik.uni-halle.de