Wann arbeiten Menschen gut, aber auch gern mit KI?

03.08.2026 von Katrin Löwe in Personalia, Neu berufen
Künstliche Intelligenz ist aus dem Berufsalltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Aber wie beeinflusst sie den Blick auf die Arbeit und wie kann die KI selbst sinnvoll gestaltet werden? Damit befasst sich Dr. Sascha Lichtenberg. Zum 1. August wurde er auf die Junior-Professur „Wirtschaftsinformatik, insbesondere digitale Transformation von Arbeitswelten“ berufen.
Sascha Lichtenberg
Sascha Lichtenberg (Foto: Maike Glöckner)

Künstliche Intelligenz sorgt im besten Fall dafür, dass Arbeit effizienter erledigt wird. Aber was macht KI mit den Menschen, die mit ihr arbeiten? Wie verändert sie deren Wahrnehmung ihrer Arbeit und von sich selbst im beruflichen Kontext? Fühlen sie sich noch als Teil der Lösung, wenn die KI ihnen die Aufgaben abnimmt? Fragen wie diese stehen im Mittelpunkt der Forschung von Sascha Lichtenberg. Ein konkretes Thema ist dabei zum Beispiel das Verantwortungsgefühl für das Arbeitsergebnis. „Meine Hypothese ist, dass wir eine gewisse Verantwortung abgeben und nicht mehr das Empfinden haben, einhundertprozentig akkurat sein zu müssen“, sagt Lichtenberg. 

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Forschung liegt darauf, wie Informationssysteme und digitale Technologien gestaltet sein müssen, dass Menschen ihre Aufgaben damit möglichst gut lösen können und sie nicht als problematisch empfinden. Oder wie er es sagt, „dass sie damit gut und gern arbeiten, nicht nur produktiver“. Unter anderem hat er untersucht, welchen Unterschied es macht, ob ein Chatbot eher sachlich unterstützt oder aber mit Belohnungen und Lob versucht, Menschen zu motivieren. In seiner Forschung arbeitet der Wissenschaftler mit Prototypen, die er auch selbst entwickelt. 

Sascha Lichtenberg hat an der Universität Göttingen Wirtschaftsinformatik studiert und wurde dort im Jahr 2024 promoviert. Nach einer Station an der Technischen Universität Dresden als Leiter einer Forschungsgruppe zur digitalen Arbeitswelt war er zuletzt an der Universität des Saarlandes tätig. Es sei reizvoll, in Halle eine neue Professur aufzubauen und zu prägen, die genau auf sein Profil passe, sagt Lichtenberg. In der Lehre wolle er Studierende befähigen, Technik nicht nur zu bedienen, sondern kritisch zu bewerten und mitzugestalten. Und er suche Kontakt zu Unternehmen, sagt der Wissenschaftler. „Gute Forschung entsteht bei mir immer aus einem konkreten Praxisproblem.“ 

Jun.-Prof. Dr. Sascha Lichtenberg
„Wirtschaftsinformatik, insbesondere digitale Transformation von Arbeitswelten“
E-Mail: sascha.lichtenberg@wiwi.uni-halle.de

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